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Teppichwiki

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Wir geben uns sehr viel Mühe eine umfangreiche Übersicht von Begriffen aus der Welt von Orientteppichen zu geben (Jargon-Buster). Unser Teppichwiki ist alphabetisch angeordnet. Gerne erhalten wir ihr Feedback und Anregungen um das Teppichwiki stets zu verbessern.

Viel Spass 🙂

Abad

Farsi (persisch)  für Oase

Abadeh

Ortschaft im Westen von Iran und bedeutende Teppichherkunft. Teppiche sind nach Zilisultan und Ghashgai Typ geknüpft. Wolle auf Baumwolle. Gute Qualitätsteppiche oftmals etwas starr geknüpft.

Abbürsten

Stets nach dem Strich der wolle nie gegen den Strich muss man den Flor des Teppichs abbürsten

Abrasch

Mit diesem Wort bezeichnet der Perser die verschiedenen Tönungen einer Farbem die (ungewollt) im Teppich dann auftreten, wenn z. B. Die Wolle aus der einen Tönung ausging und beim Neueinfärben nicht genau die gleiche Tönung erzielt wurde., mit der neuen Tänung wietergeknüpft werden musste. In Nomadenteppichen kommte dieser Abrasch oft vor. Bei diesem Gabbeh sehen Sie es vor allem sehr gut. Die Ableitung des Wort Abrasch ist nicht ganz klar. Unter anderem hesisst es „aussätzig“, „sommersprossig“ aber auch „rehbraun“. Andere wollen Abrasch ableiten von „abr“ was auf Wolke hinweist. In einigen Gegenenden wird stratt Abrasch das Wort Ragha (rägh für Ader) verwendet.

Abrishan

Auch: Abrasham. Farsi für Naturseide.

Abgetreten

Teppich welcher vor allem im Flor abgenutzt wurde durch Gebrauch

Achteck

Oktagon

Adler-Kazak

Kaukasisches Muster welches sehr beliebt ist und ursprünglich aus Tschelarbat und Karabagh stammt. Eine schmale, stilisierte Blumenborte rahmt die zwei fast immer auf sattrotem (oder grünem) Grund stehenden, vertikal angeordernerten charakterischsischen Hauptornamenete ein. Dieses besteht aus einem Kreutz, welches auf einer mächtigen feldfüllenden Raute steht. Die Flügel- und Schwertähnliche Formen herausragen sehen einem Adler ähnlich. Die fachmännische Bezeichnung eines Adler Kazaks ist Tschelaberd. Hier ist ein Beispiel einer Adler Kazak Nachknüpfung aus der Türkei.

Afghanischer Teppich

Meist in rotem bis braunrotem Fond und wenig Blau. Hellrot und Weiss als Musterfarben. Das Muster ist konstant und besteht aus regelmässig aufgereihten Güls mit dem Dreikirschen Motiv. Afghanische Teppiche werden vor Allem durch die Turkmenen sowie den Tajiken geknüpft.

Afschariteppiche

Südpersische, den Shirasteppichen ähnliche, geometrisch gemusterte Nomadenteppich, die oft in Schiras verkauft werden.

Alter von Teppichen

Heute gilt allgemein

10-25  Jahre alt = neu
25-50  Jahre alt = semi-alt
50-100 Jahre alt = alt
über 100 Jahre alt= antik

Ardebil

Handelsplatz und früher sehr wichtige Herkunft von hochwertigen Teppichen aus Hofmanufakturen. Traditionsreiche Teppiche. Antike Exemplare dieser Herkunft kommen nur sehr selten auf den Markt. Die Grundfarben sind oft Blau, Elfenbein oder Rot. Die Ausmusterung ist strikt in Floralen Mustern gehalten. Bis zu drei Innenbordüren. Mustern erinnern stark an kaukasische Teppiche aus der Schirwan Region. Ardebil liegt in der Provinz Aserbaidschans. Die Masse sind fast immer länglich (doppelt so lang wie breit). Ein berühmtes Exemplar dieser Herkunft ist permanent zu sehen im Victoria & Albert Museum in South Kensington in London, England. Fast immer Wolle auf Baumwolle (Kette und Schussfäden) geknüpft.

Arkadenteppich

Siehe Saph

Art Nouveau

Auch Jugendstil genannt. Es gibt nur sehr wenige Teppiche die nach dieser westlichen Stilrichtung geknüpft wurden.  Hingegen gibt es mehrere Teppiche die während der Art Deko Zeit geknüpft wurden.

Bachtiari (Bakhtiari)

Dies sind Nomadenteppiche aus Südpersien, nordöstlich des persischen Golfs. Alte Bachtiaris sind vor Allem fur den Sammler interessant. Die Teppiche die rund 1920 hergestellt wurden sind speziell gut geknüpft. Die Bakthiari Khans waren rund dieser Zeit die Machtgeber in Persien und viele Teppiche die in dieser Zeit geknüpft wurden gehoren zu den besten Teppichen dieser wichtigsten Examplaren dieser Epoche. Der Hintergrund dieser Teppiche ist entweder durchgemustert oder mit Medallionüs und Eckfeldern versehen.  Die vielfarbigen Mustern befinden sich auf Elfenbein Rot- oder Blaugrund. Eine seltenere Variante stellt die Innenfeldaufteilung in verschieden geformte Felder auf, die mit Zweigen, Blüten, Bäumen und Sträuchern, aber auch Brunnen, Vögeln und Tieren ausgemustert sind. Diese Muster erinnern and die Vasen- und Gartenteppiche. Bakhtiaris werden vorwiegend im Gjiordes geknüpft wobei ältere exemplare auch im Senneh Knoten geknüpft wurden. Gesuchte Sammlerteppiche sind Bibibaft Teppiche die sehr hoch angepriesen werden. Die kommerzielle Qualität von Bakhtiaris wird auch als Shahrekurd bezeichnet (nach der gleichnamigen Ortschaft)

Baku

Heute Hauptstadt von Aserbaidschan früher bedeutsame Stadt in der Provinz Schirwan (Ostkaukasus). Teppiche die dem Schirwan nahe stehen, in den Farben (gelb, blau, braun und schwarz) jedoch eintöniger wirken. Die abgetreppten, hakenbesetzen Hakenmedallions des Innenfelders, denen Eckmedallions antworten stehen in einem mit Bothehs (Träne, Flämmchen) durchgemusterten Grund.

Barik

Persischer Teppich etwa 200 x 100 cm.

Beludschistan

Region oder auch oftmals bezeichnet als turkmenischer  Nomadenteppich mit violettem bis rotviolettem Grund. Das geometrische Muster besteht aus Sternen, Achtecken und Rauten mit Hakenbesatz oder einem groben Mina Khani. In der Bordüre tritt oftmals weiss auf.  Da der Beludschistan weniger widerstandsfähig ist wie andere Teppiche sind verhältnismässig nur noch wenig alte Stücke erhalten.

Bergamo

Langfloriger Nomadenteppich von kleinem Format aus der Gegend von Bergamo (dem antiken Pergamon, Westkleinasien), der nur selten als Gebetsteppich vorkommt. Im Gegensatz zu anderen Anatoliern ist die Musterung geometrisch; hakenbesetzte Quadrate, Sterne und Rhomben sind bevorzugt. Als Mittelmedallion tritt eine Kombination von Kreuz oder Oktogon auf. Blau und Rot herrschen vor. Eine dunkle Abart führt die Handelsbezeichnung Köhlerteppich. Eine adnere Sonderform ist der Kis-Ghiordes (Mädchenteppich), ein kleienr fast quadratischer Teppich, den die Tochter als Aussteuer mitbekam. Er trägt meist ein haken besetztes Mittelmedallion auf einfarbig blauem Grund.

Bidjar

Klassischer Kurdenteppich der in Kurdistan hergestellt wird. Die meisten Bidjarteppiche werden heute ausserhalb Bidjar hergestellt. Qualitäten variieren wobei Tekab Bidjar zu den Besten heute allgemein zählen obwohl diese durch Afscharen geknüpft werden und nicht durch Kurden. Bidjarteppiche werden selten in Werkstätten geknüpft sondern vorwiegend zu Hause.  Das Muster Mahi tahoz wird oftmals verwendet mit Herati Verzierungen aber man findet heute auch Bidjarteppiche mit Isfahanmustern und sogar mit Seide eingelegt. Im Anglosächsischen Raum wird der Bidjar Teppich oftmals als iron carpet bezeichnet wobei das sich vor allem auf die strapazierbarkeit des Teppichs bezieht.

Blätter

In Nomadenteppichen spielen Blätterdarstellungen meist keine grosse Rolle. In kaukasischen Nomadenteppichen sehen die Blätter aus wie Winkelhaken. Blätter kommen in allen Teppiochen vor, mehr oder weniger stark stilisiert. In der Regel haben sie nur einen Füllenden Zweck.

 

Bolandian

Die Werkstatt von Bolandian ist eine der berühmtesten überhaupt in der Stadt Ghom (Qom). Aus dieser Meisterknüpferei kommen die besten Seidenteppiche von Iran. Ein sehr wichtiger Name wenn man sich über Ghom Teppiche unterhaltet.

Boteh

Auch Mir-Boteh, Serabendpalmette, Palmwipfel, Birne, Träne und Flamme genannt.  Standardmuster des persischen Teppichs, das aus einem Blatt mit heruntergebogener Spitze entwickeltist und in zahlreichen Abwandlungen bis in die neueste Zeit (z.B. Kaschmirschal) vorkommt.

Bortschalu (Bordjalou)

Bortschalu Teppiche kommen aus Westiran, gehört zum Hamadangebiet.  Viele dieser Teppiche werden auch im Gebiet Arak geknüpft dessen Zentrum der Region Kimidjan. Charakteristisch für diese Teppiche sind die gute Schurwolle und oft mit Medallions im Mitten des Teppichs. Auch die Wolle ist meistens von guter bis sehr guter Qualität. Die Teppiche werden mehrheitlich auf Baumwolle geknüpft.

Buchara

Auch Bukhara geschrieben war eine wichtige Handelsstadt in Zentralasien und liegt heute im Staat Usbekistan liegt. Es war eine wichtiges Handelszentrum während der Zeit der Seidenroute und auch den Stadt des berüchtigten Genghis Khan. Viele Turkmenische Teppiche wurden früher  dort hergestellt und auch gehandelt. Heute verbleibt nur noch der Name, der die einstige Tradition den Namen verleiht.

Bukan

Ortschaft in Kurdistan / Iran wo Teppiche in der Bidjartradition geknüpft werden von sehr hoher Qualität.

Cedjahdeh

Türkisch für ein Teppich 190 cm x 120cm

Ceyrek

Türkisch für ein kleiner Teppich etwa 1.5 Quadratmeter.

Charak

Persischer teppich etwa .75 Quadratmeter gross

Charakbuland

Kleiner persischer Läufer etwa 2 Meter lang und 75cm breit.

Chobi

Auch Ziegler Chobi genannt siehe: Ziegler

Daghestan

Besonders strapazierfähiger Teppich aus der Provinz Daghestan am Westufer des Kaspischen Meer (Nordkaukasus) Er ist in leuchtenden Farben geometrisch gemustert. Entweder ist das Innenfeld mit Botehs oder S-Haken gefüllt in diagonale Aufteilung. Farben sind blau, rot oder beige. Man findet diese Teppiche auch als Gebetsteppiche mit recheckig eingeschnittenem Giebel und blütengefüllter Nischen.

Derbent

Kaukasische Teppiche vom Westufer des Kaspischen Meer, bei denen der Knüpffaden den von Knoten zu Knoten durchgelegten Schussfaden mit umschlingt, was ihnen besondere Weichheit verleiht. Das Muster wird durch grosse geflammte Rosettenbküten gebildet, die in ein Gitterwerk von Arabesken eingespannt sind. Darin kommen immer wieder eine geometrisierte Gabelranke vor.

Dozar

Persisch. Auch Dosar, Ghalitcheh genannt. Etwa 200 x 1.30 (2 Meter Teppich)

Elefant

Man findet Elefantendarstellungen vor allem indischen oder persischen Luxusteppichen. Das Oktogon im Buchara nennt man in Händlerkreisen Elefantenabdruck (Tritt)

Enjelas

Enjelas (auch Enjilas) sind ausgezeichnete Dorfteppiche aus der Ortschaft Enjilas in Hamedan. Diese Teppiche zeugen immer von exzellenter Qualität und die feine Knüpfung ist Bestandteil dieser Teppiche. Die Kettfäden sind oftmals aus Baumwolle und die Schussfäden aus Wolle.  Die Knüpfung ist symmetrisch (Türkischer Knoten).  Die Hauptfarben sind Hellgelb, Mittelblau, Tiefblau, sowie ein Gelbgrün.  Die farbigen und floralen Elementen fallen bei dieser Teppichart sofort auf.  Teppiche aus Enjilas gibt es in allen Grössen jedoch findet man eher kleinere Masse im Markt.

Färben

Das Färben der Teppiche ist als Gewerbe so alt wie das Weben und Knüpfen. Bereits 400 Jahre v. Chr. wusste Herodot im alten Ägypten von kaukasischen Völkern zu berichten, die sich darauf verstanden, aus Pflanzen Farben zu gewinnen, die haltbar und waschecht seien . Bis 1870 dienten ausschliesslich pflanzliche, tierische und mineralische Stoffe zur Gewinnung von Farben. – Die Färber betrieben ojre Arbeit immer als separates Handwerk in Dörfern und Zentren. Anders die Nomaden, als Selbstversorger schoren, zwirnten, färbten und knüpften sie ihre Wolle selbst. Farbabweichungen in Nomadenteppichen sind daher fast typisch (Abrasch).

Tierische Farben (rot)
Kermesschildlaus
Cochille-Laus
Stierblut

Pflanzliche Farben (krapprot, blau, gelb, braun)
Krappwurzel
Indigopflanze
Galläpfel
Wurzeln
Safran, wild

Mineralische Farben (braun und grün)
Erde
Kupferstaub

Fuchs

Er wird in Teppichen nur selten dargestellt.

Flor

Kette und Schussfaden werden gebraucht um die Knüpffäden zu tragen worauf sich der Flor bildet. Bei handgeknüpften Teppichen steht der Flor nie ganz senkrecht und daher sieht man je nach Lichtverhältnisse eine andere Farbe im Teppich wenn man ihn dreht. Der Flor wird meistens tief genug geschoren damit der Teppich seine Schärfe im Muster bekommt. Bei Teppichen mit wenig oder keinem Muster (z.B. Gabbeh oder Berberteppichen) wird darum der Flor fast nicht geschoren.

Fransen

Die Fransen bilden das Ende der Kettfäden eines Teppichs und sind oftmals aus Baumwolle oder Wolle aber auch Seide. Aus praktischen gründen empfehlen wir die Fransen nicht länger als vier Zentimetern zu lassen.

Gabbeh

Sehr beliebter Südpersischer Teppich aus der Region Fars. Die Teppichmuster sind schlicht und farbenfroh wie die Nomaden die Knüpfen. Es gibt viele moderne Farben und Muster in diesen Teppichen sowie varriiert die Qualität der Knüpfung auch sehr. Es gibt Gabbeh Teppiche von 60’000 Knoten pro Quadratmeter aber auch Gabbeh in Qualitäten bis 240’000 Knoten. Bei der Herstellung dieses Teppichs wird sehr viel acht gegeben auf die Naturfärbung (ausschliesslich Natur und Tierischer Herkunft) sowie wird die Wolle auschschlieslich von Hand gesponnen. Durch diese Herstellung findet man oftmals die Abrasche (Farbunterschiede) was diesen Teppichen sehr viel Charakter verleiht. Besonders and Gabbehteppiche ist auch der Bart oder abgeschlossene Enden, der Abschluss des Teppichs welche keine Fransen aufweisen.

Gabelranke

Häufig vorkommendes Teppichornament (Heratibordüre), bei dem sich ein Rankenende in zwei auseinanderstrebende Teile gabelt.

Galerie

Langer, schmaler Orientteppich (auch Kelleh genannt)

Gebrauchtteppich

Oft wird uns gefragt ob ein Teppich gebraucht wurde oder nicht. Die Antwort ist beides. Klassische Teppiche wechseln oft Besitzern und kommen nicht selten   aus einen Privathaushalt. Es gibt aber auch Teppiche die werden gesammelt und in diesem Sinne sind sie zwar second hand aber nicht gebraucht. Dies ist vor Allem bei klassischen Teppichen der Fall. Bei Teppichportal.ch nehmen wir grundsätzlich an das jeder Teppich der als klassisch definiert wird und mindestens 5 Jahre alt ist theoretisch gebraucht oder “second-hand”  sein kann. Das macht aber den Teppich nicht minderwertig sondern auch ganz im Gegenteil kann zur Provenienz beihelfen. Wir empfehlen daher auch immer alle Etiketten und Belege  der Teppiche auf zu bewahren.

Gerus

Prachtvolle Teppiche aus Kurdistan in den Provinzen Ardilan und Gerus. Sie werden oft auch einfach als Kurdistan bezeichnet. Der Gerus Teppich zählt zu den klassischen handgeknüpften Orientteppichen. Feingeknüpft, kurzgeschoren mit dichter Musterung in sehr attraktiver Farbharmonie wirken diese Teppiche immer sehr attraktiv. Elfenbeinfarbige Teppiche dieser Herkunft sind sehr selten und gefragt. Die Farben und Muster sind sehr zahlreich und machen diese Teppiche auch nicht ganz einfach beim identifizieren. Das zweiblütige Florale Motiv (Do Gule) ist auch oft in diesen Teppichen anzutreffen. Die Bordüren sind meist schmal und unauffällig im Vergleich zum Hauptfeld. Sie weisen oft Blütenmuster auf. Sie werden in türkischer Knüpfung (Gjordes) geknüpft und sind oft sehr fein geknüft. Gerus Teppiche sind immer gefragt und die kreativität und Ausführung zusammen mit der feinen Qualität machen diese Art Teppiche auch heute noch sehr gefragt.

Ghiordes Knoten

Türkischer Knoten

Goltuk

Dieser Teppich wird auch Goltogh und Koltuk gennant. Er hat Ferahan-Anklänge als auch mit solchen des Hamadan-Gebietes und wird von kurdischen Nomaden und Halbnomaden hergestellt. Ähnlich wie beim Bidjar, wird auch beim Goltuk der Schuss kräftig niedergeschlagen was den Teppich hart macht. Rollt man ihn ein dann nur mit dem Flor nach aussen. Ansonsten kann es geschehen dass er bricht. Ungeachtet seiner etwas kühlen Farben (graubläulich, braungrün)  zeigt manchmal auch wärmere Farbtöne. Goltuk ist ein hochgeschätzter Teppich und sehr beliebt.

Granatapfel

In persischen Teppichen (abgesehen von Gashcga’i-Bereich) ist der Granatapfel verhältnismässig seltener anzutreffen als im ostasiatischen oder im kleinasiatischen Teppich. Er gilt als Sinnbild für Kinderreichtum. Im Chinesischen heisst der “schii liu” und symbolisiert ebenfalls reichen Kindersegen. Das, war wir Granatapfelmuster nennen, tritt in Geweben, also auch in Teppichen, erst seit etwa dem 14. Jahrhundert auf. Es liegt die Vermutung naahe, dass dieses Muster nicht vom Granatapfel stannt sondern dass es nichts anderes ist als eine vereinfachte Lotosbküte zur zeichnerischen Formel. Dieses sogenannte Granatapfelmotiv scheint auch in vielen spätgotischen europäischen Geweben auf, und zwar wurde zweifellos von den venezianischen Seidenwerbern aus dem Orient übernommen und von Venedig aus in Europa verbreitet.

Gül

(Göl) Alle westturkestanischen Teppiche haben Achtecke (Oktogone) , die Gül (zu Deutsch: Rose) genannt werden, als Hauptmotiv. Findige Händler haben für das Gül der Tekke-Turkmenen den  Namen Königsgül geprägt.  Es ist wirklich ein sehr schönes Gülmotiv, nur benennen diese beharrlichen Orientalen den Teppich noch immer Buchara obgleich in dieser Stadt schon sehr lange nicht mehr geknüpft wurde und auch als Handelplatz keinen bedeutende Stellung heute mehr einnimmt. So ist es das eigentlich mehr aus Tradition Teppiche heute noch Buchhara genannt werden obwohl Sie mit der gleichnamigen Stadt eigentlich nichts mehr  gemeinsam haben.

Hali

Türkisch für Teppich. In persien Farsh oder Gali genannt. Vor allem für Teppiche in etwa 6m2 (2×3)

Hamadan (Hamedan)

Hamedan (auch Hamadan genannt) und früher auch Ekbatan genannt ist eine Region und eine Stadt in Iran und noch Heute wichtiger Umschlagplatz und Handelsplatz für Orientteppiche. Es befinden sich über 400 Dörfer wo Teppiche geknüpft werden in der Region wobei fast jeder dieser Teppiche früher oder Später durch Hamedan reist. Bekannte Teppiche aus der Region Hamedan Teppiche sind: Alamdar, Assadiabad, Hosseinabad (auch: Husseinabad), Borjalou,  Kolyai, Liliehan,  Mehravan, Mossul, Nahavand,  Tafrish, Tuisarkhan,Rudbar, Saveh und viele mehr. Hamadan Teppiche erkennt man leicht an der Struktur. Sie haben oftmals weisse Schussfäden die ungleichmässig verlaufen. Hamedan Teppich sind auch detailliert beschrieben in Cecil E. Edwards Teppichbuch “The Persian Carpet” von Duckworth publishing und haben einen gewissen Sammlerwert.

Herat

Dieser seltene Teppiche wurden in der ehemaligen Hauptstadt von Afghanistan gefertift. Sehr feine und dichte Knüpfung sind typisch. Das Hauptfeld stellt selbstverständlich das oft kopierte Herati Muster da mit den Mir-i-Botah.  Die spitzen neigen sich normalerweise nur in einer Richtung. Zusätzlich sind auch oft Lotusblüten zu finden. Farblich sind Dunkelblau und Rot vorherrschend. Herats sind sehr selten und der Preis sehr hoch da es nur sehr wenige im Angebot gibt.

Heriz (Heris)

Aus dem Bagscheich Gebiet geknüpfter Teppich und schon immer als extrem strapazierbare Gebrauchsteppiche bekannt sind Sie teils auch unter Bagscheich gehandelt. Einfach in der Ornamentik zu identifizieren. Die Farben Blau, Grün, Elfenbein und Gelb harmonieren schön mit den Grunfarben Rot und Elfenbein. Das Innenfelft enthält ein Sternförmiges Medallion under Hintergrund ist mit Arabeksen, Blättern uind Löwenmakskenblüten ausgemustert. Die schrägen Ecken wiederholen das Muster des Medallions oder sind mit einem eckigen Herati-Rapportmuster ausgefüllt. Die Grundfarben der Ecken sind entweder in Elfenbein oder Blau. Die Bordüren haben stets die Basisfarbe Blau, in sehr seltenen Fällen auch Rot. Neben der Hauptbordüre läuft überwiegend nur eine schmale Nebenbordüre mit stilisierten Blüten. Wie schon gesagt ist der Heris sehr einfach zu erkennen da die Muster sehr grosszügig angelegt sind. Auch sind die Schuss und Kettfäden sehr dick. Der Teppich ist daher auch sehr fest und dauerhaft. Es ist nicht ungewähnlich um auch alte Stücke in herrvorragendem Zustand zu finden. Für persische Verhältnisse ist der Heris ungewöhnlich grosszügig in Muster und Ornamentik. Manchmal wird das Zentrale Medallion auch als das Herz von Heris Bezeichnet.

Hosseinabad

Ein sehr strapazierfähiger Teppich aus Nordwestpersien. Oftmals feiner in Qualität als Lilliehan. Der Teppich ist oft auf rotem Grund gelegen und hat sogenanntes Herati Muster.  Knüpfung ca. 120-180,000 Knoten pro Quadratmeter. Diese Teppiche sind oft auch als Läufer zu finden. Gutes Preis/Leistungsverhältnis.

Jastik

Kleine Stücke u.a. auch Polsterstücke. ca. 25×50 bis 40×60 cm. In Nordost und Südpersien werden diese Art Teppiche auch als Puschti (Poschti) bezeichnet.

Kenar, Kanare

Auch Kenare geschrieben. Läufer, meist etwas schmal.

Karadschen (Karadja)

Karadsche (auch Karadja und Karaja Teppiche genannt) sind Teppiche die in Nordwest Persien in der Provinz Azerbaidschan in der Nähe von Hamedan durch Kurden geknüpft werden und bestehen oftmals aus ein Gitterwerk von Sträuchern und Zweigen sowie mehreren Rautenmedallions. Die Teppiche werden im türkischen Knoten hergestellt und die Muster bestehen aus einem Zentral gelegenen Hexagon mit zwei Vertikal dazu angeordneten Quadraten oder Rechtecken auf rotem Grund. Das übrige Feld ist mit stilisierten Blüten geschmückt. Gelegentlich ist das Hauptfeld Dunkelblau oder Crème mit entsprechenden Komlementärfarben in der Zeichnung und Borte angelegt. Die Kette und Schussfäden sind aus Baumwolle. Der  Flor ist meistens von sehr guter Schurwolle.

Keley (Kelleh, Ghali)

Bezeichnung für Galerien Teppiche im Masse 100×200-400×500 cm

Kelim

Auch oft Kilim genannt.  Dies ist ein Flachgewebe wobei der Schussfaden auf beiden Seiten das gleiche Muster zeigt und es somit keine Unterscheidung der Vorder- und Rückseite gibt. Die Musterung ist oftmals geometrisch dargestellt da es einfacher zum weben ist.  Kelims werden seit Jahrhunderten in Anatolien (Türkei) und in Persien geknüpft wobei sie oftmals von Nomaden gewoben werden. Heute gibt es Kelims fast in allen Abmessungen jedoch sind ältere Exemplare traditionell lang und schmal sowie auch manchmal Quadratisch. Auch findet man manchmal kleinere Kelims die in der Mitte zusammengenäht wurden da der Webstuhl nicht sehr breit war. Andere Formen von Kelims sind Soffrehs und Soumakhs sowie Cotton Dhurries (aus Indien) welche sich in der Webung deutlich unterscheiden lassen. Interessant ist auch das  Abschlüsse von geknüpften Teppichen mit Flor als Kelims bezeichnet werden. Schöne Kelimabschlüsse sind insbesondere beim nomadischen Beloutsch zu finden.

 

Kette (Kettfäden)

Der Kettfaden ist die bezeichnung für die Längs angebrachten Fäden auf einem Knüpfstuhl zwischen den Reihen der Knüpfe. Baumwolle wird heute oftmals verwendet da es einfacher zu verarbeiten ist wie Wolle. Die Anzahl der Kettfäden ist grösser bei feineren Teppichen. Kettfäden können aus Wolle, Baumwolle und Seide bestehen.

Kirman

Oftmals sehr fein geknüpfter südpersischer Teppich, der die persische Tradtion der Blütezeit pflegt. Naturalistische Muster, häufig mit Rosen besetzt und viel rosa Farbe. Es gibt auch Kirmanteppiche mit Tier- und Figurendarstellungen sogar mit Portraits. Die besseren Kirman Teppiche werden oftmals mit Laver (eine Ortschaft) und Mashair (Meisterknüpfer) bezeichnet. Diese sind jedoch eher selten zu finden.  Der Handel bezeichnet die Teppiche oftmals als Laver-Kirman obwohl nicht alle aus dieser Ortschaft stammen.

Kis-Ghiordes

Siehe Bergamo

Knüpfung

Die Knüpfung besteht aus den Knoten die an den Kettfäden befestigt werden. Die meist gebräuchlichen Knüpfarten sind ist der Türkische und Persische Knoten (beide assymmetrisch). Es gibt auch noch Juftknoten wobei ein Knoten mehrere Kettfäden überspringt und somit der Teppich schneller geknüpft werden kann. Es hat bei den beiden Hauptknüpfarten Doppelte einfache Knüpfungen.

Knoten

Auch Kenare geschrieben.  Läufer meist etwas schmal.

Kerman

In der Schweiz wird dieser Teppich fast immer Kirman genannt aber Kerman *das Karamanien der Alten) is persisch  richtig. Kerman ist eine Provinz im südlichen Iran mit der Hauptstadt Kirman, deren Ehrenname Dar-al-Aman lautet. Bis ca. 1885 wurden in dem Gebiet seh motivgetreue, vorzügliche Teppiche hergestellt. Sie hatten das altüberkommene Spiralranken und Lanzettblattmuster im unendlichen Rapport und waren meist in teifen, satten Farben gehalten. Bis zu fünfzehn Farben trug ein Teppich. Dieser aöte Kerman war der am stärlsten blüten- und floralübersäte Teppich Persiens. Dann übernahmen die Europäer die Leitung der Manufakturen. In bester Absicht begannen diese, die Betriebe zwar auf höchstleistung zu bringen, sie aber auch abgewandelte Teppichmuster knüpfen zu lassen.  Kette und Schuss sind beim Kermanteppich aus Baumwolle, der Flor wird aus vorzüglicher und weicher Schafswolle mit dem persischen Knoten so dicht geknüpft das es kaum ein Kerman aus dem Kermangebiet gibt der weniger als 200’000 Knoten pro Quadratmeter aufweist.  Es gibt aber auch viele Kermanteppiche die über 400’000 Knoten pro Quadratmeter haben. Die Grundfarbe dieses Teppichs ist ziemlich konstant: durch alle Zeiten Elfenbein bzw. Crème, manchmal auch ein sehr ansprechendes Hellblau oder sattes Rot. In neuerer Zeit kennt man zuweilen ein helles Grün. Die Muster werden in vielen Farben geknüpft. Im Kermangebiet werden die Teppiche sehr oft von Männern geknüpft, die Schüsse sind daher fester niedergeschlagen und der Teppich liegt ausgezeichnet auf. Die Grössen Variieren von Vorlegern (Poschties) bis Übermassteppiche. Bekannte Namen in Kerman sind Kerman Mashair und Kerman Lavar.

Khotan

Ostturkestanischer, stark von China beinflusster Teppich der nur noch selten und in alten Stücken vorkommt.

Konya

Auch Konia geannnt. Diese Teppiche stammen aus der einstigen Residenz der Rumseldschicken und dessen Umgebung (Beschir) sind auch typische Anatols. Die aus dem 16. imd 17. Jahrhundert Konya stellen entweder Gebetsteppiche mit dreitgeteilter Nische, Zinen, Hakenleisten, Kännchen und stilisierten Pflanzen dar oder Teppiche im länglichen Formaten. Ihre Ornamentik besteht aus parallel laufenden Zickzack Bändern, grosse Rauten bildend, oder auch aus angereihten Sternmedallions in Rautenform, mit kleinen Arabesken (Islimi) Oktogonen versetzt und auch altenierend. Das zuletzt beschriebene Muster erinnert an jenes des Stern Uschaks. Die neueren Teppiche dieser Gegend sind immer noch sehr arttreu. So haben die Gebetsteppiche rote oder grüngelbe, oft dreigeteilte und voll ornamentierte Nischen mit zinnenförmigen und mit Haken bestückten Giebel. Doe Borten zeigen eine geometrische Wellenranke mit Palmettenformen oder auch Rosetten.   In den Farben herrschen vor allem Rot und Gelb vor und weniger Blau oder Grün. Der recht hohe Flor gibt eine füllige Struktur. Die Knüpfungsdichte ist eher niedrig und liegt zwischen 120 und 150 Tausend Knoten pro Quadratmeter.

Kühnel Ernst

Autor diverser Orientbücher, wobei das Werk Orientteppiche von 1935 sehr bekannt ist (Bem. nicht sehr origineller Name)

Kurdi

Nomadische Teppiche welche in Iran Kurdistan geknüft werden. Die Muster Varieren von kaukasischen bishin zu anatolischen Muster. Blau und rot sind zusammen mit braunen Farben oftmals zu finden.  Kurdi Teppiche haben oftmals Sammlerwert da sie nicht mehr oft zu finden sind.

Kum

Anderer Name für Ghom

Kunduz

Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Norden von Afghanistan.

Lesghian

Auch manchmal Lesghi genannt. Dies ist ein sehr beliebter kaukasischer Nomadenteppich aus dem Gebiet westlich von Daghestan. Sein Muster besteht aus Achtecken, Rauten und Sterne mit Haken. Die Bordüre hat zahlreiche geometrische gemusterte Streifen. Charakteristisch für diesen Kaukaserteppich ist ein helles, leuchtendes Blau.

Lilie

Die Lilie ist die Lieblingsblume der Inder (siehe auch unter Blumen)

Luristan

Auch Luri genannt. Westpersischer Teppich von guter Wolle in meist dunklen Erdfarben. Die Bordüre ist oftmals sehr schön verziert.

Mah

bedeutet Mond.

Mahallat

Teppichart aus dem Sarugh-Gebiet. Diese Teppiche waren in den 1950er und 1960er Jahren sehr populär. Man findet hin und wieder ein Exemplar aus dieser Zeit. Oft mit türkischem Knoten und in aufwendigen Mustern geknüpfte Teppiche. Diese Teppiche haben fast immer ein Medallion. Nachknüpfungen wurden Zeitweise im Norden von Afghanistan gefertigt. Auffällig ist bei späteren persischen Stücken die chemische Färbung vom Rosa und von den Orangetönen.

Mahi

Bedeutet Fisch. Das Heratimuster wird auch Mahi-Muster genannt. Auch zum Aschkalimuster sagt man Mahi to hozz Muster wobei das soviel heisst wie Fische  im Teich also vielgestaltig und lebendig. Im übrigen kann dieses Muster seiner Sinndeutung durchaus wärtlich genommen werden, denn der Perser hat eine schwärmerische Vorliebe für Hausgärten mit Wasserbassins und liebsten noch mit Fischen darin.

Mesched

Hauptstadt Khorossans in Iran und sehr wichtige Stadt in der Geschichte der Teppichknüpfung. Mesched liegt auch auf der Seidenstrasse und ist eine wichtige Drehscheibe im Teppichhandel zwischen Afhganistan und Iran. Teppiche dieser Herkunft sind oft von glanzreicher, weicher Wolle, oft fein geknpüft und kommen auch in quadratischen Mass vor. Sie zeigen meist ein Mittelmedallion und abgeschrägte Ecken auf hellblauem, seltener auf rotem oder beigefarbenen Grund. Fond und Medallions sind mit Mir Botehs oder dem Heratimotiven durch gemustert. In der breiten, bis zu zwölf zählenden Bordüre herrschen Rankenmuster vor. Bekannte Knüpfer dieser Provinienz sind Saber, Hagighi und Shish Kelani.

Mina Khani

Beliebtes und einfach zu identifizierdes persischen Teppichs, das aus Reihen grosser, verschiedenfarbiger Rostetten zwischen streng stilisierten Ranken besteht.  Ein gutes Beispiel eines Mina Khani ist der Veramin Teppich.

Mohsen Makhmalbaf

Iranischer Filmregisseur des am Cannes Film Festivals gezeigten Film Gabbeh (1996)

Nain

In dieser etwa 120 km östlich von Isfahan gelegenen Stadt von Isfahan werden unter anderem die heute teuersten iranische Gegenwartsteppiche hergestellt. Sie haben oftmals einen Anklang eines Isfahan Musters. Beim Nain, der erst nach dem Zweiten Weltkrieg in den Markt eingeführt wurde, gab es anfänglich nur hochedle Wert- und Qualitätsarbeit aus bestem Rohmaterial. Die Herstellung dieser Spitzenleistung der Teppichknüpfkunst des 20. Jahrhunderts lag in nur in wenigen Händen, und man war sorgsam darauf bedacht die ausserordentlich hohe Qualität beizubehalten. Der darmalige Nain (auch Naen geschrieben) hatte bis zu 10,000 Knoten pro Quadratdezimeter (DM2). Er wurde in allen gängigen Grössen hergestellt und notierte auf der Teheraner Teppichbörse lange hindurch oft mit dem dreifachen des Wertes guter Kaschanteppiche und bis zum 10fachen der Hamadanware.  In jüngster Zeit kommen Nainteppiche auf dem Markt, die nicht mehr diese vorerwähnte Qualitätshöhe besitzen. Sie sind zwar immer noch sehr gut, aber man hat sich doch verleiten lassen (wie man es in Kaschan, Kerman und auch in Isfahan tat), neben ausgesprochen herrvorragenden Qualitäten nun auch andere herzustellen.  Typisch bei Nain ist, das Seide (beste Qualität) als Kontur als Ornamente geknüpft wird, weniger als Muster selbst. Ferner typisch die Farbstellung: Blautöne, Beige, Grau, ähnliche Nuancen. Kein Rot, kein scharfes Grün! Wenn Rot, dann ist dies Stilwidrig oder in Isfahan geknüpft, wo man solche Nain anfertigt. Äusserst feine Nainteppiche werden auf  Seide geknüpft und können dann bis zu 14,000 Knoten je Quadratdezimeter (10x10cm) aufweisen.  Der Nain wird in der Regel in Brückenformaten oder noch kleiner, gelegentlich aber auch in Grössen bis 3×4 geknüpft. Kette und Schuss sind meist aus feingezwirnter Baumwolle, der Flor besteht aus feingezwirnter Wolle. Man unterscheidet Generell 3 Qualitäten in Nain 12la, 6 la und 4la wobei je niedriger die Nummer desto höher die Knüpfdichte in Nain (z.B. 4la entspricht 4 mal gezwirnte Baumwolle beim Schussfaden).

Namase

Bezeichnung für ein Gebetsteppich

Orientteppiche

Werden Teppiche bezeichnet welche von Hand in Vorder- und Mittleren Orient hergestellt werden und eine Kette, Schuss und Flor haben. Es gibt zwei haupt Entstehungsweise dieser Teppiche. Als beweglichen Ersatz für ein Bodenmosaik oder aus dem Bedürfnis von Nomaden nach einem wärmenden Bodenbelag. Der älteste erhaltene Knüpfteppich ist heute allgemein als Pasyryk Teppich bekannt aus dem Altaigebiet und ist in die Zeit um 500 v. Chr. zu datieren. In Ostturkestan fand man Fragmente aus dem 3. bis 6. Jahrhundert n. Chr. Aus dem 13. Jahrhundert stammen die kleinasiatischen  Seldschukenteppiche. Eine fortlaufende Entwicklung setzte im 15. Jahrhundert mit kleinasiatischen Tierteppichen ein, denen die Holbeinteppiche, die kaukasischen, Drachenteppiche und Mameluckenteppiche Ägyptens folgten. Im 16. und 17. Jahrhundert erlebte der Oreintteppich seine Blütezeit in Persien (Iran). Um 1800 bildeten sich durch Musterwahl feste Typen des Orientteppichs heraus. Wird Material des Flors nicht genannt kann man oftmals davon ausgehen das es sich um Wolle handelt. Orientteppiche lassen sich landschaftlich in folgenden Gruppen zusammenfassen:

kleinasiatische Teppiche (türkische anatolische)
persische Teppiche
kaukasische Teppiche
turkmenische Teppiche
indische Teppiche
Chinateppiche
Europäische Nachamungen werden als Savonnerieteppiche bezeichnet

Knüpfer im Orient sind:

1. Nomaden
Kaukasische und Turkmenische Teppiche

2. Dorf und Stadtteppiche
Geknüpft durch die Bevölkerung und kleinen Städte im Auftrag oder aus eigener Initiative, Teppiche in Heimarbeit

3. Grossstadt Teppiche
Manufakturen in grösseren Städten (viele Persische Teppiche). Diese Gruppen berühren und überschneiden sich oftmals.

Die Anordnung der Teppiche erklärt sich wie folgt: Ein besonders grosser, kostbarer Teppich in der Mitte (Khali, Mian farsh, Hauptteppich) wird von zwei gleichlangen schmäleren, oft ein Paar bildenden Teppichen (Kenare, Läuferteppich, Seitenteppiche) gerahmt. Zu Häupten (manchmal auch noch zu Füssen) der drei wird der vierte (oder gar fünfte) Teppich (Kelleghi) gelegt, der in siener Länge der Breite der anderen Teppiche entspricht. ISt diese Anordnung nicht möglich wird der Boden mit kleineren Stücken belegt, didie Grössenbzeichnungen Sedschadeh und Namaseh führen.

Im Handel unterscheidet man nach der Entstehungszeit (Alter) folgende Teppichgruppen (Siehe auch Alter von Teppichen):
10-25  Jahre alt = neu
25-50  Jahre alt = semi-alt
50-100 Jahre alt = alt
über 100 Jahre alt= antik

Orientteppiche  können entweder nach der Ortschaft (z.B. Mesched, Ghom, Täbris) , Knüpfer (z.B. Kaschkai, Bakhtiari, Beloutsch), Muster (z.B. Mir-Boteh, Ziegler, Jaldar) oder nach Qualität (z.B. Reezbaft, Chobi,) bezeichnet werden.

Pandjerek

Kleiner Teppich gerade unter 1 Quadratmeter (türkisch).

Pardeh

Persische Teppiche etwa 240 x 170 cm gross

Persepolis

Ehemalige Hauptstadt des antiken persischen reiches 520 v.Ch. erbaut von Alexander dem Grossen errichtet und 300 v. Chr. zerstört. Die “Plattform” Persepolis wurde 1931 wieder entdeckt und durch die deutschen Archäologen, insbesondere Friedrich Krefter, Ernst Herzfeld und Erich Schmidt und seither ausgegraben. Persepolis gehört auch zum Weltkulturerbe der Unesco.

Poschti

Auch Puschti geschrieben. Sehr kleiner Teppich, oftmals ein Muster in der Grösse 60×70 – 60×90 cm. Farsi heisst dieses Wort auch manchmal auch Kissen. Sie auch: Jastik

Raj Knotenzählung (Täbriz)

Die Zählung der einzelnen Fäden im Täbriz erfolgt durch sogenannte Raj. Während dieser Zählung werden die Knoten über eine Länge von 7 cm gezählt. Ein Tabriz mit einer Qualität von 35 Raj hat eine Knotendichte von 300’000 pro Quadratmeter. Eine 50 Raj Täbriz hat 500’000 bis 600’000 Tausend knoten. Die 60 Raj Täbriz hat zwischen 55 und 60 Reihen Knoten was ca. 750’000-9000’000 Tausend Knoten pro Quadratmeter entspricht. Die 70 Raj Täbriz ist die höchste und seltenste Knüpfung und weist bis 1’000’000 Knoten pro Quadratmeter auf. Es ist weiter zu bemerken, dass in Täbris ausschliesslich der Ghiordes Knoten  (Türkischer Knoten) verwendet wird und dies ein Doppelknoten auf zwei Kettfäden ist, welcher als sehr saubere Knüpfung empfunden wird.

Rudbar

(Auch: Roodbar) Ortschaft in der Gilan Provinz (Iran) wo früher viele Teppiche (feinste Hamadan Qualität) geknüpft wurden.  Leider wurde Rudbar durch ein sehr schweres Erdbeben in 1990 weitgehend zerstört.

Sacharak

Auch  Sartcharak geschrieben. Kleiner teppich etwas unter 1 Quadratmeter

Saqqez

Ortschaft in Kurdistan / Iran wo Teppiche in der Bidjartradition geknüpft werden (siehe Bidjar).

Salor

Turkmenischer Teppich, der Reihen hakenbesetzter, mit geometrischen Mustern gefüllter Oktogone zwischen kleineren Vielecken zeigt. Die Hintergrundfarbe ist, wie bei den meisten Turkmenenteppichen, dunkelrot.

Saph

Auch Arkadenteppich genannt. Dies sind Reihen-, Familiengebetsteppiche welche in Ost Turkestan (Samarkand) und Kleinasien (Brussa) geknüpft werden.

Saroquart

Ein kleiner Teppich 75×130 cm gross

Saruk

Der Saruk (Sarukh, Sarug) kommt aus dem westlichen Ferahan-Gebiet. Der Sammelplatz dieser Orientteppiche ist Sultanabad (Arak) Der Teppich aht eine stolze Vergangenheit, sank dann in Qualität ab, gewinnt aber nunmehr wieder, durch zunehmende Güte und Sorgfalt in der Herstellung, grossen Anwert. Man findet ihn in viele gängige Grössen. Kette und Schussfaden sind aus Baumwolle. Der Schafwollflor wird mit dem persischen Knoten eingebracht. Die Knotendichte ist relativ hoch 200,000 bis 500,000 Knoten pro Quadratmeter. Die Hauptfarbe des Saruks ist Rot oder Blau, manchmal gibt es ihn auch in Crème. Die Muster werden sehr farbenfreudig gehalten. Dieser Teppich trägt meist eine ziemlich stark betonte Hauptborte mit je einer oder zwei Nebenborten. In der Hauptbordüre ist oftmals das Herati Motiv zu erkennen (Shah-Abbas-Muster), stilisierte Blumen und Ranken, die Nebenbordüren zeigen zuweilen das Schekeri-Muster, sonst Blatt und Blütenranken. Der Hintergrund ist beim Saruk oft (wie bei seinem Mahalbruder) mit einem auf einer Querseite abgeschrägtem Medallion versehen. Es sollte mehr als abgeschrägtes Hauptfeld als Medallion bezeichnet  werden. Auch in dieser grossen Fläche erkennt man wieder das Herati-Muster. Die Linien des Hauptfeldes zeigen oft Sägezähne oder Dreiecke auf. Beliebt ist auch jener Saruk, der ein Grossmedallion hat, in dessen Mitte wieder ein Medallion sitzt. Manchmal gibt es auch Darstellungen von Tieren im Saruk. Der eigentliche Ort Saruk (Saruq) liegt etwa 50km nordwestlich von Arak, an schlechtbefahrbarer Strasse die bergwärts über Famahin nach Tafresch führt und in einem Feldweg übergeht auf dem man letztlich zu Strasse oder heute Autobahn Isfahan-Teheran gelangt. Auch aus Dschozan (Djosan), südwestlich von Malayer, aus dem benachbarten Davan, sogar noch aus Chonsar das doch ziemlich weit südlich der Bahnlinie Arak-Ghom und damit dem eigentlichen Saruk-Gebiet ferne liegt, kommen gute Teppiche im Saruk-Muster.

Saveh

Saveh auch Saweh genannt ist ein Nachbarsort von Ghom. Stilistisch und technisch gehören Sie eng zu einander. Auch Saveh zeigtversetzte Reihen grosser Bunter Zeichen sowie stilisierte Blüten-, Ranken -und Blattarabesken.

Shirwan

Auch Schirwahan oder Shirvan genannt sind Teppiche aus dem Gebiet des Kaukausus und umschliessen das Gebiet von Aserbaidschan, der Kura-Nehrung bis hin zur Region Kuba. Oft  sind diese Teppiche feinwollig und mit türkischem Knoten hergestellt in der Grössen Ordnung 110×70 cm bis 350×150 cm. Die Hauptfarbe dieser Teppiche ist Blau, gelegentlich aber auch rot oder auch Elfenbein. Die Hauptboprdüre ist meist hellgrundig, sie zeigt Rostetten, oft hakenbesetzt, Hakenreihen sowie ist auch oft das Sägezahnmuster. Diese Teppich gelten in gutem Zustand als hochwertig. Der wollene Flor ist im Gegensatz zu anderen Kaukasischen Teppichen sehr stumpf. Die geometrisch gemusterte Bordüre ist breit.

Shiras

Sehr beliebter persischer Teppich aus Südwestiran. Wird auch als Shiraz und Kaschkai bezeichnet. Ein traditioneller Nomadenteppich geknüpft in der Nähe von Schiras und gehandelt in dortigem Basar. Es sind typische Nomadenteppiche, kleinformatig, weichlappig, mit wollenem Grundgewebe aus glänzender Wolle. Die Muster sind geometrisch und zeigen grosse, eckige Mir Boteh Muster sowei mehrere auf der Spitze stehenden Medallions. Om den mit Kleinformen gefülltem Grund sind auch Tiere (Hähne und Kamele) eingestreut.

Schuss

Der Schuss oder  (auch Schussfaden genannt)  ist der Faden der die Knoten zusammenfügt und zusammenhält. Je nach gegebenheit der Materialien und Qualität der Knüpfung ist der Schussfaden sehr einfach zu erkennen (z.B. bei einem Hamedanteppich) oder sehr schwierig (z.B. sehr feiner Ghom oder Täbristeppich). Es kann vorkommen das der Flor auch die Schussfäden verdeckt. Bei bestimmten Teppicharten wie alte Keschanteppiche oder Teheranteppiche kann man die Schussfäden auch anhand der Farbe erkennen (blau) was oftmals auch ein Indiz der Herkunft geben kann (in Verbindung mit anderen Faktoren).

Sherkat Fars

Der Teppichverband Sherkat Fars (Teppich Kooperation) wurde Rnde der 1930’er in Iran (damals Persien) durch den Shah ins Leben gerufen.  Der Zweck dieses Verbands ist es um die Qualität der persischen Teppiche aufrecht zu erhalten und dafür zu sorgen das die Tradition der Teppichknüpfkunst nicht verloren geht. Diese Teppiche wurden zu Beginn ohne kommerziellen Hintergedanken geknüpft und mehr als persisches Kulturgut betrachtet um sicher zu stellen das auch in den folgenden Jahrzehnten Teppiche in Iran geknüpft werden können von höchster Qualität und von den besten Rohmateralien. Teppiche und Brücken die als Sherkat Fars bezeichnet werden sind oftmals besser geknüpft und haben auch mehr künstlerische Aspekte wie kommerziell hergestellte Teppiche. Am Höhepunkt der Produktion dieser Teppiche waren mehr als 10’000 Menschen involviert in die Teppich Knüpfereien der Sherkat Fars sowie in diversen Dörfern und Städten in ganz Iran. Die Farbstoffe bei diesen Perserteppichen sind vor allem natürlicher Herkunft und auch die Wolle wird oftmals von Hand gesponnen.  Der Teppichverband hat mitgeholfen das noch heute Qualitätsteppiche in Iran geknüpft werden im klassischen Sinne ohne das die Modernität und Kommerzialisierung die überhand genommen hat. Hält man ein Sherkat Fars Teppich in Händen kann man davon ausgehen das es eine gute Investition ist.

Soleimani Orientteppiche

Traditionsunternehmen und Terppich Fachgeschäft in Zürich welches Ihren Ursprung 1926 in Teheran hat.

Täbris

Ist eine Stadt im Nordwesten von Iran und zählt zu den wichtigsten Teppichmanufakturen in Iran. Die teppiche von dieser Herkunft sind sehr strapazierfähig und sehr sauber geknüpft. Es gibt verschiedene Täbris Qualitäten wobei heute vorwiegend bessere Qualitäten in Tabris geknüpft werden. Traditionell findet man das Heratimuster in Täbristeppichen aber auch oftmals Jagdszenen wie z.B. den Tabatabai Teppichen. Die Qualität wird in Raj angegeben je höher die Raj Anzahl umso besser ist der Teppich geknüpft. Es werden sowohl Naturfarben wie auch künstliche Färbemittel bei der Produktion dieser Teppiche verwendet. Interessanterweise wird auch oft türkisch in Täbris gesprochen sowie zählt der Täbris Basar zu den grössten der Welt. Heutzutage werden in Täbris auch oft Teppiche mit floralen Mustern geknüpft vor Allem auch in Pastellfarben.  Der Täbris zählt nach wie vor zu den beliebtesten Orientteppichen überhaupt.

Takab

Ortschaft in Kurdistan / Iran wo Teppiche in der Bidjartradition geknüpft werden (siehe Bidjar).

Teppichnamen

Teppiche tragen heute normalerweise den Namen des Ursprungsortes,  des Musters  oder des sie knüpfenden Stammes. Bei älteren Stücken fällt mitunter den Fachleuten es manchmal schwer diese einzuordnen. So ist es heute noch ein Rätsel wo der berühmte Pazyrik Teppich der sich im Hermitage Museum in St. Petersburg sich befindet geknüpft wurde. Kriege Verschleppungen, Neu- und Umsiedlungen ganzer Sippen führten zu einer Vermischung ehemals eindeutiger Merkmale.

Teppichportal.ch

Die Online Adresse für handgeknüpfte Design und Orientalische Teppiche und Textilien in der Schweiz 🙂

Tscharpai

Kleinteppich ca. 120×70 cm gross

Übermass Teppich

Alle Teppiche grösser als 3×4 Meter werden als Übermass oder Oversize Carpet bezeichnet.

Yalameh

Yalameh ist eine Ortschaft in Zentralpersien nicht weit von Isfahan und auch die Herkunft der gleichnamigen Teppiche. Die Raute bildet das Hauptmuster und in manchen Exemplaren findet man auch Tiermotive. Die Hexagonmuster sind sehr auffallend und schön. Sehr bunte und farbenfrohe Teppiche mit Farben wie Königsblau, Tiefrot und dezenten Grüntönen. Die Schur ist sehr kurz damit die Muster auch richtig zur Geltung kommen. In diversen Grössen zu finden. Dieser Teppich wird auch in der Literatur als “Kultiviter Nomade” beschrieben. Die Kettefäden dieses Teppichs sind aus Wolle oder Ziegenhaar und  manchmal auch gemischt.  Der Flor ist aus Schurwolle von sehr guter Qualität.

Yastik

Türkische Bezeichnung für ein Kissen. 50 x 120 cm

Yürük

Anatolische Teppiche, welche vor allem von Bergnomaden geknüpft werdem. Nur wenige Teoppicharten der Volkskunst finden so viel Beifall wie Yürüks. Es liegt an der Schönheit ihrer volltönenden Farben, die auf der glänzenden Wolle wie Edelsteine leuchten. Die Ornamentierung beruht auf der Rauteneinteilung, bei der Motive von hakenbesetzten Rhomben in  einer sich nach innen verkleinerden, stets andersfarbigen Zusammensetzung entstehen. Die Borte ist mit gezacktem Blätten und Rosetten geschmückt. Die zumeist kleineren und länglichen Yürük Teppiche haben oft Kettfäden aus Ziegenhaar und einen hohen Flor und sich mit durchschnittlich 120’000 Knoten pro Quadratmetern zu den tieferen Qualitäten zählen.

Zare-Aga

Armenischer Knüpfmeister tätig in Istanbul welcher die bekannten Kum-Kapi Teppiche geknüpft hat indem er Gold- und Silberne Schussfäden bei der Knüpfung gebrauchte. Gehört noch heute zu den feinsten und auch kostbarsten Teppichen überhaupt.

Zaronim

Auch Saronim oder Metreonim genannt. Kleiner Teppich etwa 1.5 Quadratmeter gross. Wird oft in Isfahan und Ghom verwendet.

Ziegler

Ziegler Teppiche sind dekorative Teppiche welche mehrheitlich auschliesslich aus tierische und pflanzliche Materialien geknüpft sind (sog. Chobi). Diese Teppiche werden in Afghanistan  geknüpft und in Pakistan gewaschen da die Infrastruktur und das Klima sich besser für die Trocknung in Pakistan eigenet. Das Unternehmen Ziegler nahm die Produktion dieser Teppiche in den 1880er auf indem Sie Teppiche knüpfen liessen die dem europäischen Farben und Mustern entsprachen wobei die Knüpfung immer noch persisch oder türkisch war. Heute werden die meisten Ziegler Teppiche in türkischer Knüpfung hergestellt. Pflanzenfarben und von Hand gesponnene Wolle sind einige Merkmale dieser hochwertigen dekorativen Qualitätsteppiche.